Was spricht gegen Farbmünzen?

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Kann man colorierte Münzen sammeln?

Befasst man sich mit der Numismatik, begegnet man durchaus auch Farbmünzen. So schön colorierte Münzen anzuschauen sind, gibt es viele Münzsammler, die diese Münzen belächeln. Oft werden sie auf einen reduzierten Sammlerwert herabgewürdigt und die Edelmetallanhänger verschmähen die Colormünzen. Doch was ist dran? Sind gefärbte Münzen weniger wertig, als reine Edelmetallmünzen?

Offizielle Münze 10 Yen Olympiade
Offizielle Münze 10 Yen Olympiade

Es kommt auf den Unterschied an

Spricht man von Farbmünzen, muss man zunächst einmal zwischen zweierlei Varianten differenzieren. Nämlich die original verausgabten und die nachträglich colorierten. Offiziell von Mints verausgabte Farbmünzen können durchaus als Währung herausgegeben werden und somit haben sie den aufgeprägten Nominal als Wert inne. Wird jedoch eine Münze nachträglich coloriert, verliert diese durch die Manipulation ihren Status als Währung.  Wie das Beispiel der Plata Pura zeigt, ist der Edelmetallwert weitestgehend von der Wertminderung unabhängig erhalten geblieben, nicht aber der offzielle Zahlungscharakter. Somit liegt eine Entwertung vor und der Wert wird herabgesetzt. Das gilt nicht nur für die Edelmetallprodukte der Numismatik, sondern auch für reguläre Kursmünzen. Der Edelmetallwert bei Goldmünzen oder Silbermünzen bleibt erhalten, jedoch ist beim Einschmelzen in der Scheideanstalt ein anderer Aufwand nötig, weshalb colorierte Münzen bei der Veräußerung an die Scheideanstalt einen ebenfalls geminderten Verkaufswert zur Folge haben. Insofern man Farbmünzen sammeln möchte, lässt sich dennoch auf einen Sammlerwert setzen, zumindest dann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Durch nachträgliche Vergoldung entwertete Kursmünze aus Silber
Durch nachträgliche Vergoldung entwertete Kursmünze aus Silber
Farbmünze Clownfish Australien Sea Life I
Farbmünze Clownfish Australien Sea Life I

Farbmünzen mit steigendem Sammlerwert

Keinesfalls muss man als Sammler Farbmünzen schmähen. Denn ohne Frage haben sie eine ganz eigene Schönheit und erfreuen sich bei vielen Sammlern allergrößter Beliebtheit. Allerdings sollte man auf nachträglich colorierte Münzen nicht spekulieren, wenn man auf eine gewisse Steigerung im Sammlerwert setzen möchte. Einzig solche Editionen, die von einer Mint wie etwa der Perth verausgabt werden, sind lukrative Sammlerobjekte, die oft in Serie aufgelegt werden. Insbesondere die erste Münze einer Serie zeigt regelmäßig eine Wertsteigerung. Dies ließ sich beispielsweise bei der Tuvalu Deadly and Dangerous Serie sowie bei der Australien Sea Life Serie I feststellen. Es ist die Red Back Spider Coin, die für 50 Euro bei Verausgabung erstanden werden konnte und die nun mit einem exorbitant hohen Liebhaberwert gehandelt wird. Über 1.000 Euro wäre der Kaufpreis, wenn sie überhaupt veräußert würde. Bei der Sea Life war es der Lionfish (Halbunzer), der um die 30 Euro verausgabt und später mit ungefähr 170 Euro gehandelt wurde. Zwar wurden gerade die Farbmünzen der Sea Life I stark diskutiert und belächelt, doch mit der Nachfolgerserie schien das Eis gebrochen, zumal die Perth auch weitere colorierte Münzen Serien lancierte und sich doch eine gewisse Toleranz unter den konservativen Edelmetallern einschlich. In der Numismatik haben sich die Colorierten also doch ihren Weg bahnen können, zumal auch viele Familienväter und weibliche Sammlerinnen die niedlichen Bush Babies für den Nachwuchs ins Portfolio aufnahmen.

Leafy Sea Dragon The Reef Australien Sea Life I
Leafy Sea Dragon The Reef Australien Sea Life I

Zu beachten bei Farbmünzen

Farbmünzen aus Feinedelmetallen unterliegen ebenfalls den Schwankungen der Edelmetallcharts. Doch viel wichtiger zeichnet sie der Charakter des Sammelns aus und kommt der Liebhaberwert als Zuschlag oben drauf. Um Sammlerwert zu erzielen, sind einige Dinge zu berücksichtigen:

  • Münzzustand unbefingert
  • Original Verkapselung wie bei Verausgabung
  • COA (Certificate of Authenticity
  • Aufbewahrung im Etui wie von der Mint verausgabt
  • Makelloser Zustand (Etui, COA, Kapsel)

Je geringer die Auflage, umso besser sind die Chancen auf eine hohe Wertsteigerung. Dass die Sea Life I im Wert nicht derart gestiegen ist, wie etwa die Red Back Spider lässt sich durch mehrere Gegebenheiten erklären. Vornehmlich ist es die Auflagenzahl, die hier so drastische Unterschiede beim Sammlerwert zu verantworten haben. Die Deadly and Dangerous Serie wurde mit einer Auflage 5.000 von der Mint herausgegeben, die Sea Life I mit einer Auflage 10.000, was die Exklusivität der Münzserie drastisch mindert. Zudem ist die RBS 2006 PP als 1 Oz Münze gestaltet, während der Lionfish 2009 PP lediglich eine halbe Unze darstellt. Natürlich begründet das Feingewicht des Edelmetalls keinesfalls eine, im Vergleich zur RBS, niedrige Wertsteigerung. Vielmehr ist ein wesentlicher Aspekt der Tatsache geschuldet, dass gerade bei derart aufwändigen und schön gestalteten Farbmünzen das Motiv auf der größeren Münze deutlich schöner zur Geltung kommt und filigraner ausgearbeitet werden kann. Dieses kann man regelmäßig auch bei der Preisentwicklung bei 2, 5 und 10 Unzern ohne Coloration feststellen. Letztlich sind colorierte Münzen also alles andere, als zu belächeln und natürlich haben sie in der Numismatik mittlerweile ihren festen Platz. Denn schön anzusehen sind sie immer.

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Share This Post

Post Comment